Was bedeutet Sollzins?

Bei den Zinsen wird zwischen dem Sollzins und dem effektiven Jahreszins unterschieden. Grundsätzlich sind die Banken dazu verpflichtet, immer den Effektivzins auszuweisen. Manchmal wird in der Werbung aber der niedrige Sollzinssatz angepriesen. Am besten lässt sich mit einem Begriff aus dem Handel erklären. Hier ist oftmals die Rede von Nettopreisen und Bruttopreisen. Im Nettopreis ist noch keine Mehrwertsteuer enthalten. Im Bruttopreis hingegen sind alle Kosten wie zum Beispiel die Mehrwertsteuer enthalten. Das kann man auch auf die Zinsen umsetzen. Der Sollzinssatz ist praktisch gleichzusetzen mit dem Nettopreis. Im effektiven Jahreszins sind alle Kosten eingerechnet, wie im Bruttopreis auch. Der effektive Jahreszins zeigt demnach die tatsächlichen Kreditkosten und ist deshalb auch wesentlich höher als der Sollzins.

Es ist noch gar nicht lange her, da berechneten die Banken Bearbeitungsgebühren für einen Kredit. Diese wurden auf den Sollzins aufgeschlagen, was den effektiven Jahreszins um einiges erhöht hat. Im Mai 2014 hat der Bundesgerichtshof das für unzulässig erklärt. Die Richter waren der Meinung, dass die Bonitätsprüfung, die Beratung und die Formalitäten durch die Zinsen bereits abgegolten sind. Eine zusätzliche Gebühr darf nicht erhoben werden.