Was bedeutet Zinsanpassung?

Bei einem Kredit mit langer Laufzeit wird der Zins nicht für die gesamte Laufzeit festgesetzt sondern dieser gilt nur für einen bestimmten Zeitraum. Nach Ablauf dieses Zeitraums, der auch Zinsbindung genannt wird, kommt es zu einer Zinsanpassung. Diese entspricht den aktuellen Marktverhältnissen. Das kann sich als Vor- oder Nachteil für den Kreditnehmer auswirken. Waren die Zinsen bei Vertragsabschluss auf einem niedrigen Stand, so kann sich die Zinsanpassung für den Kreditnehmer negativ auswirken, sofern die Zinsen mittlerweile gestiegen sind. Anders sieht es aus, wenn die Zinsen während der Laufzeit gefallen sind. Dann profitiert der Kreditnehmer von den niedrigeren Zinsen. Der Kreditnehmer ist allerdings nicht dazu verpflichtet, bei derselben Bank einen neuen Kredit zu beantragen. Er kann sich auch an ein anderes Geldinstitut wenden, wenn die Konditionen hier günstiger sind.

Das typische Beispiel ist der Immobilienkredit. In den meisten Fällen wird dieser zunächst für 120 Monate mit einer Zinsbindung abgeschlossen. Nach Ablauf dieser 120 Monate muss neu verhandelt werden. Sind die Zinsen während dieser Zeit gefallen, lohnt sich die Zinsanpassung. In den meisten Fällen wird diese Anschlussfinanzierung wieder über eine Laufzeit von 120 Monaten gewählt. Sind die Zinsen jedoch in der Zwischenzeit gestiegen, verteuert das einen neuen Kredit aufgrund der höheren Zinsbelastung.